Allgemein, NaNo 2017

Idee: neutrale Pronomen?

Im Moment spiele ich mit dem Gedanken. Alle Charakter andogyn/hermaphrodite zu machen… Soll heißen das man nicht durch Aussehen, Namen oder Geschlechtsorgane auf das Geschlecht der Figur kommt.

Dafür gäbe es im Englischen das Pronomen ‚they‘. Im Deutschen gibt es das nicht, zumindest nicht so das ich es verwenden würde.

Man stelle sich vor: Das ist Sam. Es geht zur Schule.

Das klingt einfach falsch und degradierend. Eine Person ist kein Ding also muss ein eigenes Pronomen dafür her.

Bei erster Recherche stieß ich auf das hier:

[Gastartikel] Er, sie, xier, nin: Genderneutrale Pronomen

Es gibt also schon schlaue Leute, die das Problem erkannt haben und sich Gedanken machen. Von den vorgestellten Vorschlägen gefiel mir Christian Pflegers Idee, wobei dort eine Verwechslung seines Pronomen und dem Verb ’sei‘ (Bsp. Sei kein Frosch) besteht.

Weshalb ich es abändern würde in ’sier‘. Auch die Artikelwahl gefällt mir so noch nicht und ich werde noch weiter daran pfeilen müssen…

– Anthelia

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2 Gedanken zu „Idee: neutrale Pronomen?“

  1. Liebir Anthelia,
    dein Internetauftritt gefällt mir sehr gut, und dein Ansinnen, eine Geschichte zu schreiben, in der Menschen ohne ihr Geschlecht auftreten, finde ich sehr faszinierend. Ich habe mich in den letzten Monaten selbst sehr stark mit einem geschlechtsneutralen Genus für die deutsche Sprache beschäftigt, weil auch ich es für ein wichtiges und schönes Ansinnen halte, eine Möglichkeit zu schaffen, sich geschlechtsneutral über Personen zu äußern, ohne dabei auf die bislang lediglich existierenden Behelfskonstruktionen zurückgreifen zu müssen. Aus diesem Grund habe ich ausgehend von Anna Hegers Ansatz einen eigenen Ansatz ausgearbeitet, der dem Ansatz von Christian Pfleger sehr nahe kommt. Wie du, sehe auch ich bei diesem wie auch bei Anna Hegers Ansatz einzelne Vorschläge kritisch, weil diese entweder falsche Assoziationen anregen und/oder nur schwer nachzuvollziehen sind. Ich denke auch, dass ein „g-Genus“ – wie ich es als eine vorläufige Bezeichnung genannt habe – möglichst wenig von bisherigen Formen und Gewohnheiten abweichen sollte, damit es sich gut in die bisherige Grammatik einfügt. Natürlich soll es gleichzeitig eindeutig identifizierbar sein und insgesamt möglichst wenig Regeln aufweisen. Ferner sollten die Regeln nach Möglichkeit konkret und/oder assoziativ ableitbar von den anderen Genera sein, damit ihre Anwendung nicht allzu schwer wird. Will mensch all diese Kritierien unter einen Hut bringen, so mutet das schon ein wenig wie die Quadratur des Kreises an. Aber ich halte dies für besser als solche simplifizierenden Ansätze, bei denen es zu einer Kummulation von gleichartigen Endsilben kommt. Gern würde ich dir meinen Vorschlag einmal zusenden. Er ist aber noch nicht ganz zuende ausgefeilt, weil ich auch versucht habe, die kompletten Regeln für ein g-Genus schriftlich auszuarbeiten. Denn auch dies scheint mir bislang zu fehlen: Regeln übersichtlich dargestellt und vollständig ausformuliert. Aber vorab kann ich schon sagen, dass ich mich für den bestimmten Artikel „dee“ (mit langem e, weil „die“ und „der“ auch lang sind), mit den flektierten Formen „dis/ dissen“, „diem“, „dien“, entschieden habe. Als Personalpronomen halte ich „sier“ – als Zusammenziehung von „sie“ und „er“ für eine gute Idee. Hiervon habe ich das Possessivpronomen „siers“ abgeleitet, weil „sies“ und „xies“ zu stark an „dies“ erinnern und „siers“ seinen Bezug zu „sier“ klar zu erkennen gibt. Beim Substantiv finde ich die Idee mit der ir-Endung fantastisch, weil sie nah an bisherigen Gepflogenheiten ist (er-Endung), aber gleichzeitig sehr eindeutig ist. Attributive Adjektive würde auch ich – ähnlich wie Christian Pfleger – nach dem Femininum flektieren (z.B. „dee fleißige Bürgir hält sierse Stadt in Ordnung“). Entsprechend würde es dann „deejenige“ heißen. Die verbleibenden Wortarten würde ich mit -ir, -is, -im und -in flektieren (z.B. diesir, welchir, jenir, manchir). Dies läuft dann auf Sätze hinaus wie: „Manchir fleißige Bürgir hält sierse Stadt in Ordnung“), wobei der Plural den bisherigen Gepflogenheiten entsprechend gebildet wird, also: „Viele fleißige Bürgir halten ihre Stadt in Ordnung.“ Soweit die Grundmerkmale auf die Schnelle. Mein Ziel ist, eine Internetseite einzurichten, auf der sich die Regeln zum g-Genus unter einer einfachen Internetadresse („www.g-genus.de“) nachschauen lassen, um die Chancen seiner Verbreitung zu erhöhen (allerdings bin ich völliger Novize darin, eine Internetseite ansprechend zu gestalten).
    Liebe Grüße
    Dominik

    Gefällt 1 Person

    1. Hallo Dominik,
      mit großem Interesse habe ich deinen Kommentar gelesen. Ich freue mich, dass es noch mehr Menschen gibt die dieses Thema interessiert und die eine Lücke in unserer Sprache sehen. In meinem Bekanntenkreis stoße ich bei diesem Thema nur allzu oft auf Verwirrung und Spott, wohl weil das Thema so eine geringe Medienpräsenz genießt.
      Dein g-Genus erschließt sich fast spielend, da er sehr an die bereits vorhandenen anknüpft. Ein Text wäre ohne große Vorkenntnisse trotzdem erschließbar, was ich nicht von allen Vorschlägen eines neuen Genus behaupten kann. Aber bei „dis/dissen“ musste ich trotzdem gleich an Jugendsprache denken, da heißt es soviel wie „jmd schlechtmachen“, was nicht unbedingt die beste Assoziation ist. (Ist das Wort überhaupt noch aktuell? Das geht heute so schnell das Wörter innerhalb von Wochen wieder verschwinden…) Jedenfalls etwas was man überdenken könnte.
      Auch dein Vorhaben einer Website scheint mir sinnvoll, um Ideen zu bündeln, zu diskutieren und Anderen eine Anlaufstelle zu bieten, um sich zu informieren.
      Ich freue mich schon darauf deine fertige Seite in naher Zukunft besuchen zu können.
      Lieben Gruß,
      Anthelia

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